Hoteltrends

Daniela Marketing Manager

COVID-19 und die Auswirkungen auf die Hotellerie

Die Verbreitung des neuartigen Virus COVID-19 stellt insbesondere den Tourismus und die Hotellerie vor schwierige Zeiten. Nicht nur die Stadthotellerie ist aufgrund der Messeabsagen von der Pandemie betroffen, auch in der Ferienhotellerie sind starke Stornierungsanstiege und Buchungseinbrüche zu verzeichnen. Die Durchführung von unüberlegten Preisreduktionen stellt in dieser Situation definitiv nicht den richtigen Lösungsweg dar. Gerade jetzt sind durchdachte Preisstrategien und fundierte Entscheidungen von enormer Bedeutung. 

COVID-19 stellt den Tourismus und die Hotellerie vor enorme Herausforderungen

In Italien, dem in Europa mit Abstand am stärksten betroffenen Land, ist der Auslastungseinbruch in der Hotellerie definitiv nicht zu bestreiten. Doch auch der DACH-Markt leidet aufgrund der Absage von führenden Messen sowie der Einschränkung von Geschäftsreisen unter den indirekten Folgen von COVID-19.

Auch die Ferienhotellerie bleibt nicht verschont! Die Schließung der Beherbergungsbetriebe und Skigebiete in Salzburg, Vorarlberg, Kärnten und Tirol am 16.03.2020, Absagen von Events und Sportveranstaltungen, der Einbruch des asiatischen Reisemarkts oder die einfache Infragestellung des Wellnessurlaubs. Unzählige Flugverbindungen wurden für die kommenden Wochen bereits gestrichen. Die detaillierten Gründe spielen für die Hotellerie in Sachen Buchungslage keine Rolle, Fakt ist: Die Auslastung und der Umsatz der Hotels sinkt!

 

Die Entwicklungen in Italien, Österreich und Deutschland

Speziell seit die Region “Südtirol” vom deutschen Außenministerium als Risikogebiet eingestuft wurde, ließ sich für Italiens Wintertourismus-Region Nummer 1, eine erneute Stornierungswelle erkennen. Viele Skigebiete waren dazu gezwungen, ihre Anlagen vorzeitig zu schließen, woraufhin die angrenzenden Hotelbetriebe die Wintersaison ebenso frühzeitig beenden mussten. 

Mit 10.03.2020 ging die italienische Regierung noch einen Schritt weiter und erklärte ganz Italien zur “Schutzzone”. Regulationen wie zum Beispiel die zeitlich begrenzte Schließung von Schulen oder Kindergärten, die Schließung von Bars und Restaurants, Absagen von Events und Sportveranstaltungen oder der Aufruf “zu Hause zu bleiben”,  bringen drastische Einschränkung für die lokale Bevölkerung aber auch für die Wirtschaft mit sich. Die zeitlich begrenzte Ausgangssperre wurde bis Ostern verlängert. Seit dem 19.03.2020 ist Italien offiziell das Land mit den meisten Todesfällen aufgrund von COVID-19 und liegt nun vor China. Inzwischen muss auf das aus dem Militär bekannte System "Triage" zurückgegriefen werden, dies bedeutet: Wer ein Bett auf der Intensivstation erhält, wird anhand von Überlebenschance und Lebenserwartung ausgewählt. Regionale Autoritäten dürfen inzwischen zeitweise eigene Maßnahmen ergreifen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Am 30.03.2020 war die Anzahl der Neuinfektionen die niedrigste, seit Beginn der Ausgangsbeschränkungen.

Auch die österreichische Regierung reagierte daraufhin und verwehrt seit Dienstagabend, 10.03.2020 jegliche Grenzübertritte aus Italien ohne Nachweis eines ärztlichen Attestes. Rückholungen von Österreichern seien laut Bundeskanzler Sebastian Kurz bereits mit dem Außenministerium organisiert. Doch auch nach der Rückholung müssen zur Vorsorge alle Italien-Besucher in eine zweiwöchige Heim-Quarantäne. Mit 16.03.2020 wurden die Regelungen weiter verschärft. Neben der vorzeitigen Beendigung der Wintersaison in allen Tiroler, Vorarlberger, Kärntner und Salzburger Skigebieten sowie Hotels, rief die österreichische Bundesregierung rief eine Ausgangsbeschränkung aus. Dies bedeutet, dass alle Menschen dazu aufgerufen werden, in Ihren Wohnungen zu bleiben. Ausnahmen gelten lediglich für nicht auffschiebbare berufliche Erfordernisse, notwendige Besorgungen oder Hilfe für andere Personen. Wie auch bereits in Italien werden diese Einhaltungen polizeilich Überwacht. Mit 19.03.2020 wurden alle Tiroler Gemeinden unter Quarantäne gestellt, für das Paznauntal, Sölden und St. Anton gelten verschärfte Maßnahmen. Die Maßnahmen der österreichischen Regierung zeigen inzwischen ihre Wirkung, die prozentuelle Anstiegsrate von Neuinfektionen stagniert. Am 30.03.2020 präsentierte die Regierung eine erneute Verschärfung der Maßnahmen, der wichtigste Punkt ist die eingeführte Maskenpflicht beim Einkauf in Supermärkten.

Deutschland schließt mit Montag, 16.03.2020 weitestgehend seine Grenzen nach Österreich, Frankreich, Dänemark und zur Schweiz. Außerdem wurden Urlaubsreisen ins In- und Ausland untersagt, dies bedeutet einen Einbruch der touristischen Übernachtungen. Die neu beschlossenen Maßnahmen sehen ebenfalls eine Schließung für folgende Einrichtungen vor: Bars, Clubs, Kino, Theater, Spielplätze, Museen, uvm. Das Robert-Koch-Institut warnte kürzlich, dass die sozialen Kontakte über die nächsten Wochen drastisch reduziert werden müssen. Geschieht dies nicht, muss man in den nächsten zwei bis drei Monaten mit mehreren Millionen Infizierten in Deutschland rechnen. Seit Sonntag, den 22.03.2020 sind Menschenansammlungen von mehr als 2 Personen verboten. Am selben Tag wurde bekannt, dass sich Bundeskanzlerin Angela Merkel in häusliche Quarantäne begibt, ihr Arzt wurde positiv auf COVID-19 getestet. Bereits zwei Tage davor beschloss Bayern striktere Maßnahmen und verhängte eine grundlegende Ausgangsbeschränkung.

Ab Dienstag, den 17.03.2020 schließt die EU alle ihre Außengrenzen für nicht notwendige Reisen für die kommenden 30 Tage.

Dies bedeutet einen stillgelegten Tourismus für die Feriendestinationen.

 

Auswirkungen für die Hotellerie

Das Kernproblem für die gesamte Hotellerie ist der daraus entstandene Nachfragerückgang bzw. -ausfall, sowohl für den aktuellen Zeitraum, als auch für die kommenden Wochen und Monate. Manche Regionen sind davon stärker betroffen als andere, für alle ist es jedoch wichtig einen kühlen Kopf zu bewahren und die Preise nicht sinnlos zu dumpen. Denn es gilt: Auch bei niedrigen Preisen wird der Kunde nicht in bestimmte Regionen reisen. Durch das Absenken der Preise wird die bestehende Nachfrage noch weiter abgewertet. 

Der Online Travel Agent booking.com teilte dem Großteil der Hotels mit, dass es sich bei Covid-19 um einen Fall von höherer Gewalt handle und deshalb alle Stornierungsrichtlinien seitens des Kunden ungültig seien. Wie Kulant das Hotel in Sachen Stornierung tatsächlich reagiert, bleibt ultimativ jedem Gastgeber individuell überlassen. 

Wie sollten Sie als Hotelier nun schlussendlich reagieren? Welche Stornierungsrichtlinien sollten eingehalten werden und wie Kulant muss man gegenüber seinen Hotelgästen sein? Welche Preisstrategie ist in dieser Situation sowohl kurzfristig als auch über den Sommer hinweg nun die optimale für das eigene Hotel? Unsere Revenue Management Experten haben im folgenden Leitfaden wichtige Tipps zum Verhalten während der Corona-Krise für Sie zusammengefasst.

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